Kultur in der Region fördern:  Fünfmal Breitenwirkung

Kultur in der Region fördern: Fünfmal Breitenwirkung

Mit den drei Landesorchestern und zwei Landestheatern, die vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe finanziell unterstützt werden, findet aufwendige und hochwertige Kultur auch ihren Weg in die Fläche, findet nicht nur in den größeren Zentren statt. Dennoch wurden unter den damaligen Haushaltszwängen ab dem Jahr 2002 eine Deckelung der Unterstützung auf dem damaligen Stand beschlossen - ungeachtet der weiteren Kostenentwicklung. Eine erste Kurskorrektur war 2015 möglich: Nach 13 Jahren und erkennbar drohenden Qualitätsverlusten oder sogar Gefährdungen ganzer Ensembles wurde der Beitrag des LWL ab 2016 neu angepasst und im Laufe der folgenden Jahre je individuell angehoben.

Nach fünf weiteren Jahren hat die LWLSPD im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2022 einen Antrag eingebracht, angesichts vor allem der rapiden Tarifsteigerungen der letzten Jahre erneut die Bezuschussung zu überprüfen und anzupassen. Als Grundvorschlag wurde eine Erhöhung der bisherigen Förderung um jeweils 10% beantragt - was zumindest die Tarifanpassungen gegen 2016 in etwa nachvollzieht. Oder nachvollzogen hätte - denn der Antrag fand in den Beratungen und auch abschließend in der Landschaftsversammlung keine Mehrheit.

Landestheater Detmold Landestheater Castrop Rauxel Philharmonie Südwestfalen Nordwestdeutsche Philharmonie Neue Philharmonie Westfalen

In den nachfolgenden Beratungen, wie dennoch eine notwendige erweiterte Förderung ermöglicht werden kann, hat sich nun ein Beschlussvorschlag entwickelt, der darauf hinauszielt, eine pauschale Erhöhung der Zuwendungen ab 2023 in Höhe von jeweils 100.000 Euro je Ensemble zu vereinbaren - im Ergebnis natürlich ein deutlicher, so zunächst nicht erwartbarer Konsens der Fraktionen im Landschaftsverband.

Auf dem Weg zu dieser Entscheidung haben gezielte Gespräche mit den Verantwortlichen stattgefunden, die auch für die weitere Arbeit der Fraktion impulsgebend sein werden.

 


Hintergrund:

Die institutionelle rderung durch den LWL als wesentlicher Teil der allgemeinen landschaftlichen Kulturpflege erfolgt seit Jahrzehnten. Sie geht zurück auf eine Förderung der Provinzverwaltung.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg baute der Provinzialverband Westfalen seine Aktivitäten im Bereich der Kulturpflege weiter aus, zum einen durch die Ausdehnung der bisherigen Tätigkeiten, zum anderen durch die freiwillige Übernahme neuer Aufgaben, die bislang vom Staat wahrgenommen worden waren. Mit verschiedenen Initiativen war der westfälische Provinzialverband für andere preußische Provinzialverbände wegweisend:

  • Eine etatisierte LWL-Förderung erfolgt beim Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel seit dessen Gründung im Jahr 1933  und beim Landestheater Detmold seit 1954.
  • Eine etatisierte LWL-Förderung erfolgte bei den drei Westfälischen Landesorchestern seit 1955
  • Die vom LWL geforderten Beteiligungen in den Entscheidungsgremien der Landestheater und Orchester sind allesamt realisiert worden und bestehen noch heute. 
  • Die Theater- und Orchesterrderung beinhaltete in den Anfängen auch Beihilfen für kommunale Theater und Orchester wie beispielsweise das ehemalige Westfälische Sinfonieorchester Lünen oder die Ruhrfestspiele in Recklinghausen.
  • Mit zunehmendem Konsolidierungsdruck innerhalb des LWL wurden die Kriterien enger gefasst, die örtlichen Antragssteller wurden nicht mehr unterstützt.
  • Zuletzt wurden die Förderungen des Wolfgang-Borchert-Theaters in Münster und der Kammerspiele Paderborn e.V. (1997/98) aufgrund mangelnder Reisetigkeit eingestellt.
  • An der institutionellen Förderung der mobilen Landestheater und Landesorchester wurde hingegen konsequent festgehalten; im Laufe der Jahre wurden diese unter dem Druck der bedrohlichen Finanzsituation der Einrichtungen bis 2001 einschließlich regelmäßig erhöht.
  • Alle Einrichtungen besitzen ein Alleinstellungsmerkmal in ihrer Region und haben eine spezifische für die Region vor Ort wirkende Finanzkonstruktion entwickelt.

 

 

 

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