Statt "Fördern" nun "Prüfen" - Antrag der LWLSPD abgelehnt

Statt "Fördern" nun "Prüfen" - Antrag der LWLSPD abgelehnt

Deutlich ernüchtert nimmt die LWLSPD den Wandel ihres Beschlussantrags zur Haushaltsplanung in einen Prüfauftrag an die Verwaltung zur Kenntnis:

An die Stelle einer Haushaltsposition zur Förderung von Projekten der Biologischen Stationen in Westfalen Lippe tritt nach dem Beschluss einer Mehrheit im Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz nun die Aufgabe für die Verwaltung, mit einer Übersicht und mit Projektvorschlägen in Gestalt eines Prüfberichtes die Grundlage für eine eventuelle Förderung ab 2023 zu schaffen.

Für die LWLSPD kommt das dann ein Jahr zu spät: "Konkrete Projekte werden dann attraktiv, wenn sie eine Chance auf Umsetzung haben - dazu gehört auch, um Fördertöpfe zu wissen. Diese Chance ist nun für 2022 den Biologischen Stationen nicht gegeben. Wer kein Geld im Haushalt bereitstellt, der fördert letztendlich nicht", so bündelt Ludger Steinmann die Konsequenzen.

In der inhaltlichen Diskussion hatte Steinmann den Antrag begründet:


Im Verbandsgebiet des LWL gibt es 21 Biologische Stationen und Naturschutzzentren, die in einem Dachverband organisiert sind. Neben Aufgaben des Vertragsnaturschutzes und der Betreuung gesetzlich geschützter Gebiete werden über Veranstaltungen in der Umweltbildung und zu Naturerlebnissen verschiedenste Zielgruppen erreicht. Besondere Projekte zum Artenschutz mit regionalem Bezug (z.B. Förderung von regionalem Saatgut, Erhalt kulturhistorisch bedeutsamer Nutztierrassen und Bewirtschaftungsformen, Beweidungsprojekte) runden das Aufgabenbild ab. Der LWL nimmt schon jetzt Aufgaben wahr, aus denen sich Anknüpfungspunkte für Kooperationen mit den Biologischen Stationen ergeben. Bspw. seien genannt:

  • LWL-Kultur / Westf. Heimatbund: Verknüpfung von Natur- und Kulturerlebnissen (z. B. Schulwanderwege)
  • LWL-gesamt: Inklusive Naturerlebnisse
  • LWL-Naturkundemuseum / Außenstelle Hl. Meer: Biodiversität, Artenvielfalt, Kartierungsprojekte, citizen science (Bürger-Wissenschaftsprojekte), pädagogische Vermittlung
  • LWL-Freilichtmuseum Detmold: Erhalt und Verbreitung historischen Saat- und Pflanzgutes, Erhalt seltener heimischer Haustierrassen
  • LWL-Denkmalpflege/Baukultur: Erhalt bzw. Wiederherstellung der westfälisch-lippischen Kulturlandschaften, wie sie in den kulturlandschaftlichen Begleitplanungen zu den Regionalplänen dokumentiert sind.
  • LWL-gesamt: Naturparkförderung.

Der Landschaftsverband Rheinland hat der Bedeutung der Biologischen Stationen bereits Rechnung getragen und unterstützt deren Arbeit in seinem Verbandsgebiet seit 2007 mit einer Gesamtförderung von 12,5 Mio. € in den vergangenen Jahren. 120 Projekte konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Weitere Kooperationspartner der Biologischen Stationen sind die NRW-Stiftung und der Deutsche Verband für Landespflege. Mit der Aufnahme von Förderungen und Kooperationen in einem ähnlich nennenswerten Ausmaßrde der LWL mehrere Ziele verfolgen:

  •  Die wichtige und zukunftsgerichtete Arbeit der Biologischen Stationen in Westfalen-Lippe würde auf eine breitere Finanzierungsbasis gestellt und damit besser abgesichert.
  • Die Aufnahme einer Förderung in ähnlicher Weise wie im rheinischen Landesteil dient der Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse.
  • Die LWL-Dienststellen können ihre Expertise einbringen und umgekehrt den Fachverstand der Biologischen Stationen für ihre Arbeit nutzen.
  • r mögliche kreisübergreifende Projekte kann eine gemeinsame Förderkulisse entwickelt werden.
  • Der LWL könnte besonders auch solche Projekte fördern, die bilanziell auf sein ehrgeiziges Ziel einzahlen, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden (z.B. Wiedervernässung von Mooren, Aufforstungsprojekte, ökologische Aufwertung von Wäldern).

 Dabei können neben der finanziellen Unterstützung bestehender Projekte auch neue Projekte gemeinschaftlich mit den Biologischen Stationen entwickelt werden.


 

Die Kulturdezernentin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger konnte von ähnlichen Förderprojekten zum Beispiel für die Freilichtbühnen im Land berichten, auch von bereits sporadisch erfolgten Zusammenarbeiten von LWL-Museen mit den Biologischen Stationen im Bereich des Landschaftsverbandes.

Auch der Hinweis auf die bereits erfolgende und erfolgreiche Umsetzung der Projektförderung im LVR durch Landesdirektor Matthias Löb ging in die Diskussion ein.

Nun erwartet die LWLSPD-Fraktion einen aussagekräftigen Prüfbericht der Verwaltung und wird das Thema einer Projektförderung für die Biologischen Stationen unmittelbar weiter verfolgen.

 

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