Kinder- und Jugendpsychatrie in Bochum: Nicht aufgeben!

Der Landschaftsverband trägt als Psychiatrie-Verbund die Verantwortung für mehr als 130 Einrichtungen in Westfalen-Lippe, versorgt so mit etwa 11.000 Beschäftigten über 240.000 Patient:innen als kommunaler Gesundheitsdienstleister.

Auf die negativen Entwicklungen in Bochum, die beabsichtigte Schließung der Kinder- und Jugendpsychiatrie durch den privatwirtschaftlichen HELIOS-Konzern, geht die LWSPD nun mit einer Anfrage ein. Der aktuelle Sachstand aus der Perspektive der LWL-Verwaltung zur Situation in Bochum soll dabei helfen, eine Lösung für die problematische Situation zu entwickeln.

"Wir wollen die ortsnahe Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Bochum auch zukünftig möglich machen!", formuliert Martina Schnell als stellv. Fraktionsvorsitzende der LWLSPD und Vertreterin der Stadt Bochum in der Landschaftsversammlung den Anspruch.

 

Seit Monaten schwelte die Verärgerung in Bochum über die beabsichtigte Schließung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bochum durch den privatwirtschaftlichen HELIOS-Konzern. Der deutschlandweit größte Anbieter (mit 89 Krankenhäusern, 130 Medizinischen Versorgungszentren und 6 Präventionszentren) weist zwar seit Jahren deutlich positive und steigende wirtschaftliche Werte aus (Jahresbericht zu 2020), hat aber in 2020 bereits das St. Josefs-Hospital in Bochum-Linden geschlossen und hat im November erklärt, den auf Bochum bezogenen Versorgungsauftrag für die Kinder- und Jugendpsychiatrie nicht weiterführen zu wollen.

Für das Vorgehen des Konzerns findet Serdar Yüksel als Vorsitzender der SPD Bochum und Mitglied des Gesundheitsausschusses im Landtag NRW klare Worte:

"Die Schließung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Linden ist eine bodenlose Unverschämtheit. Seit Beginn der Pandemie werden wir nicht müde zu betonen, wie wichtig die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen ist, die mental besonders von den Corona-Maßnahmen und den damit verbundenen Lockdowns betroffen sind. Jetzt eine Einrichtung zu schließen, die auch für genau diese Hilfestellungen da ist, macht mich fassungslos."

"Zum Wohle der Patientinnen und Patienten in psychiatrischen Fachgebieten müssen die Kliniken mittlerweile eine bessere Personalausstattung vorweisen. Das scheint private Träger nunmehr dazu zu bewegen, die Kliniken, die früher höhere Gewinne erzielten, abzustoßen."

„Was wir jetzt brauchen, ist ein politisches Umdenken. Die Versorgung vulnerabler Gruppen durch private Träger und damit Investoren muss politisch überdacht werden.“

Die in der Stadt tätigen Freien Träger der erzieherischen Hilfen haben sich im Dezember ähnlich besorgt in einer Stellungnahme geäußert und sehen die Versorgung der psychisch erkrankten Kinder und Jugendlichen "massiv gefährdet".

Noch im Dezember hat der Rat der Stadt Bochum fraktionsübergreifend eine Resolution an die Landesregierung gerichtet:

"Die angekündigte Schließung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bochum-Linden zum Ende des kommenden Jahres hat viele Bürgerinnen und Bürger empört. Ärztinnen und Ärzte schlagen Alarm, auch wir als Rat der Stadt Bochum sind bestürzt. Nicht nur in Zeiten der aktuellen Pandemie muss die Versorgung der betroffenen jungen Menschen in unserer Stadt sichergestellt sein. Dazu gehört auch die Arbeit der angrenzenden Ferdinand-Krüger-Schule für Kranke. Eine ortsnahe Versorgung muss auch in Zukunft in Bochum sichergestellt werden! Wir fordern die Landesregierung auf, mit hoher Priorität den Erhalt der Einrichtung auf Bochumer Stadtgebiet sicherzustellen. Die Stadtverwaltung bringt sich bei der Suche nach einem neuen Träger ein. Insbesondere gilt es, die Möglichkeiten des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe auszuloten. Für die Schule für Kranke sind geeignete Räumlichkeiten zu finden."

 

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