Erinnerungskultur - zentrale Aufgabe des LWL

Erinnerungskultur - zentrale Aufgabe des LWL

Erinnerungskultur ist zentral: Für die #lwlspd und die Kulturarbeit des Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Sie zeigt auf, wo die Wurzeln der Gegenwart, für die Chancen und Problem zu finden sind.
Sie konfrontiert mit den anderen Gegenwarten, in denen Menschen ihren Weg suchen müssen.
Sie entwickelt neue Bilder der Gegenwart, die vielfältig und zukunftsoffen sind.
Aktuell sind drei Ausstellungen und Projekte unterschiedlicher Art gestartet, die teils bereits einen Bogen in das LWL-Themenjahr "(Post)koloniales Westfalen-Lippe" 2024 schlagen, teils deutlich machen, welche Effekte imperiales Gehabe hatte und hat.
🚩"PostMost" - Künstler:innen aus Mariupol
Elvira Aulich hat für die #lwlspd die Ausstellung im Untergeschoss der Maschinenhalle der LWL-Industriemuseum Zeche Zollern besucht. Die Künstler:innen-Gruppe hat 2019 begonnen, eine neue Perspektive auf die Industriestadt Mariupol zu schaffen und ihre Bürger:innen zur Partizipation und kulturellem Engagement zu motivieren. Das Projekt wuchs zusammen mit der Kultursphäre Mariupols – bis diese Entwicklung durch den Krieg gestoppt wurde. Die Künstler:innen wurden zu Geflüchteten. Aber sie führen das Projekt fort. Auf einer gemeinsamen Residenz in Bedburg-Hau entstanden so neue Kunstwerke, die sich vor allem mit dem Krieg und ihrer Stadt, die es so nicht mehr gibt, auseinandersetzen.
🚩"Schwarz weiß. Preußen und Kolonialismus" - Sonderausstellung im LWL-Preußenmuseum Minden
Die Ausstellung knüpft im Titel an die Wappenfarben Preußens an, will aber das Thema differenzierter darstellen:
"Kolonialgeschichte war nicht schwarz-weiß, auch wenn die kolonialen Akteur:innen die Welt in solche Kategorien einteilen wollten. Menschen in und aus kolonisierten Regionen unterliefen häufig diese Kategorien und wehrten sich gegen die koloniale Gewalt", berichtete Museumsleiterin Dr. Sylvia Necker.
"Nichtsdestotrotz ist dieses koloniale Denken auch heute noch verbreitet. Wir möchten mit der Ausstellung auf diese Mechanismen aufmerksam machen und dafür sensibilisieren, diese und auch sich selbst kritisch zu hinterfragen. Dies tun wir etwa anhand von Fragen wie: Wie und wo wird an die Geschichte des Kolonialismus erinnert? Wo sind Spuren der Kolonialgeschichte heute noch zu finden? Was hat Kolonialismus mit uns und unserer diversen Gesellschaft zu tun? Die Ausstellung verknüpft auf diese Weise die Vergangenheit mit der Gegenwart und ruft dazu auf, sich der Vielschichtigkeit des Themas zu stellen: Mit allen Graustufen, die sich zwischen schwarz und weiß finden."
🚩„Aus fremden Erdteilen. Geschenkt v. Söhnen der Heimat“ - Objektwege nach Westfalen-Lippe
Ganz neue Wege der Präsentation eröffnen sich für die Museen und die Netzwerke der Kultur durch die Digitalisierung. Die neue digitale Ausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe macht auf außereuropäische Bestände in vier ausgewählten Museen in Westfalen-Lippe aufmerksam. Anhand der Sammlungen in Iserlohn, Lemgo, Lünen und Menden nimmt sie die (Herkunfts-)Geschichte von Museumsobjekten unter die Lupe und untersucht die Verbindungen zur deutschen Kolonialgeschichte.
"Im Moment stehen vor allem die ethnologischen Sammlungen in den Metropolregionen im Fokus der Debatte. Das LWL-Museumsamt will mit der Ausstellung zeigen, dass aber auch die kleineren Museen relevante Bestände außereuropäischer Objekte besitzen, deren Herkunft untersucht und kritisch hinterfragt werden sollte", so Kuratorin Isabelle Christiani. Sie lädt am Mittwoch, 09.11.2022, zu einer "Digitalen Vernissage" zu 16.00 Uhr ein.
Um eine Anmeldung wird gebeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.